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Kurz gesagt:

  • ALEX3 ist ein moderner molekularer Bluttest zur Allergiediagnostik. 
  • Der Test misst spezifisches IgE gegen bis zu 300 Allergene.
  • Es ist nur lediglich eine Blutentnahme nötig.

  • Untersucht werden sowohl Allergenextrakte als auch molekulare Komponenten.

  • Die Analyse kann Hinweise auf Kreuzreaktionen liefern.

  • Der Test eignet sich besonders bei komplexen oder unklaren Beschwerden.

  • Positive Ergebnisse zeigen eine Sensibilisierung, aber nicht automatisch eine klinische Allergie.

  • Die Befundinterpretation sollte immer im medizinischen Kontext erfolgen.

ALEX3: Moderner Allergietest für eine präzise Allergiediagnostik

Allergien gehören zu den häufigsten chronischen Erkrankungen. Viele Betroffene leiden unter Beschwerden wie Niesen, Hautreaktionen, Atemproblemen oder Verdauungsbeschwerden, ohne den genauen Auslöser zu kennen. Gerade wenn mehrere mögliche Allergene infrage kommen, kann die Diagnose aufwendig sein.

Der umfassende Allergietest ALEX3 wurde entwickelt, um eine umfassende Allergiediagnostik aus einer einzigen Blutprobe zu ermöglichen. 

Der Test basiert auf einer Multiplex-Technologie, bei der gleichzeitig zahlreiche IgE-Antikörper gegen verschiedene Allergene und Allergenkomponenten untersucht werden. 

Das Ziel ist eine möglichst genaue Einschätzung, gegen welche Stoffe eine IgE-vermittelte Sensibilisierung vorliegt.



Was ist der Allergietest ALEX3?

ALEX3 steht für „Allergy Explorer 3“ und gehört zur modernen molekularen Allergiediagnostik. Es handelt sich um einen In-vitro-Test (also einen Test „im Reagenzglas“), der allergenspezifische Immunglobulin-E-Antikörper (sIgE) im Blut misst. Zusätzlich wird auch das Gesamt-IgE bestimmt.
ALEX3 ist die aktuelle Weiterentwicklung der etablierten ALEX-Multiplex-Allergiediagnostik und baut technisch auf den Vorgängerversionen ALEX und ALEX2 auf.

ALEX3 analysiert gleichzeitig bis zu 300 Allergene beziehungsweise Allergenparameter. Dazu gehören sowohl Allergenextrakte als auch einzelne molekulare Allergenkomponenten. Dadurch lässt sich genauer unterscheiden, ob eine primäre Sensibilisierung vorliegt oder ob Beschwerden möglicherweise durch Kreuzreaktionen ausgelöst werden.

Der Test verwendet eine Multiplex-Technologie auf Basis von Nanopartikeln. So können sehr viele Allergene parallel mit einer kleinen Blutmenge untersucht werden. Die Analyse erfolgt im Labor und wird durch computergestützte Auswertung ergänzt.



Wie funktioniert die molekulare Allergiediagnostik?

Klassische Allergietests untersuchen häufig nur komplette Allergenextrakte, etwa von Birkenpollen, Hausstaubmilben oder bestimmten Lebensmitteln. Diese Extrakte enthalten jedoch viele unterschiedliche Eiweißbestandteile.

Die molekulare Allergiediagnostik geht einen Schritt weiter. Sie analysiert zusätzlich einzelne Allergenmoleküle beziehungsweise Proteine. Dadurch kann genauer erkannt werden, auf welche Bestandteile das Immunsystem reagiert.

Das ist besonders wichtig, weil nicht jede Sensibilisierung die gleiche klinische Bedeutung hat. Manche Allergenkomponenten sind eher mit milden Kreuzreaktionen verbunden, andere gelten als Marker für ein erhöhtes Risiko schwerer allergischer Reaktionen.

Ein Beispiel ist die Unterscheidung zwischen einer echten Erdnussallergie und einer pollenassoziierten Kreuzreaktion. Die genaue Interpretation der Ergebnisse sollte immer im Zusammenhang mit der Krankengeschichte und den Symptomen erfolgen.

 

Welche Allergene untersucht der Multiplex-Allergietest ALEX3?

Der Test deckt ein breites Spektrum inhalativer und nahrungsmittelbezogener Allergene ab. Dazu gehören unter anderem:

  • Pollen von Gräsern, Bäumen und Kräutern
  • Hausstaubmilben
  • Tierhaare und Tierepithelien
  • Schimmelpilze
  • Lebensmittelallergene (Obst, Nüsse, Gemüse)
  • Insektengifte (Biene, Wespe)
  • Latex

Neben Allergenextrakten werden zahlreiche molekulare Komponenten analysiert. Laut Hersteller umfasst ALEX3 insgesamt 218 molekulare Allergene und 82 Allergenextrakte.

Dadurch eignet sich der Test besonders bei komplexen Beschwerdebildern oder Verdacht auf Mehrfachsensibilisierungen.



Für wen ist der ALEX3-Test sinnvoll?

Ein breit angelegter Allergietest kann insbesondere dann hilfreich sein, wenn Beschwerden nicht eindeutig zuzuordnen sind oder bereits mehrere Allergien bekannt sind.

Mögliche Einsatzgebiete sind:

  • unklare allergische Beschwerden
  • Verdacht auf mehrere Allergien gleichzeitig
  • Beschwerden trotz bisher unauffälliger Standarddiagnostik
  • Einschätzung möglicher Kreuzreaktionen
  • Unterstützung bei der Planung einer allergenspezifischen Immuntherapie
  • Abklärung nach schweren allergischen Reaktionen

Da der Test auf einer Blutuntersuchung basiert, kann er auch durchgeführt werden, wenn Hauttests nur eingeschränkt möglich sind, beispielsweise bei bestimmten Hauterkrankungen oder unter Einnahme mancher Medikamente.



Welche Vorteile bietet ALEX3?

Der größte Vorteil des Tests liegt in der umfassenden Analyse vieler Allergene aus einer einzigen Blutprobe. Dadurch kann die Diagnostik beschleunigt werden.

Zu den wichtigsten Eigenschaften gehören:

  •         Breites Allergenspektrum

Durch die parallele Untersuchung zahlreicher Allergene kann ein individuelles Sensibilisierungsprofil erstellt werden.

 

  •         Kombination aus Extrakten und Molekülen

Die Kombination aus klassischen Allergenextrakten und molekularen Komponenten verbessert die diagnostische Genauigkeit.

 

  •  Unterstützung bei Kreuzreaktionen

Der Test kann Hinweise darauf liefern, ob Beschwerden durch echte Primärallergien oder durch Kreuzreaktionen verursacht werden.

 

  •          Kleine Blutmenge genügt

Für die Untersuchung wird nur eine geringe Menge Blut benötigt.

 

  •        CCD-Blocker zur Reduktion falsch-positiver Ergebnisse

ALEX3 enthält einen sogenannten CCD-Blocker. CCD steht für „cross-reactive carbohydrate determinants“. Diese Kohlenhydratstrukturen können bei manchen Tests zu klinisch wenig relevanten IgE-Reaktionen führen. Der eingesetzte Blocker soll die Wahrscheinlichkeit solcher falsch-positiven Resultate reduzieren.



Grenzen des Allergietests: Was ALEX3 nicht leisten kann

Trotz moderner Technologie ersetzt auch ein umfassender Allergietest nicht die ärztliche Bewertung.

Wichtig ist: Ein positiver IgE-Nachweis bedeutet nicht automatisch, dass tatsächlich eine klinisch relevante Allergie vorliegt. Der Test zeigt zunächst eine Sensibilisierung des Immunsystems gegenüber einem Allergen.

Ob daraus tatsächlich Beschwerden entstehen, hängt vom individuellen klinischen Zusammenhang ab. Deshalb müssen Laborergebnisse immer gemeinsam mit Symptomen, Krankengeschichte und gegebenenfalls weiteren Untersuchungen bewertet werden.

Außerdem erfasst ALEX3 vor allem IgE-vermittelte Allergien vom Soforttyp. Nicht-IgE-vermittelte Unverträglichkeiten oder andere Ursachen von Beschwerden können damit nicht ausgeschlossen werden.

Auch falsch-negative oder klinisch schwer interpretierbare Ergebnisse sind grundsätzlich möglich. Daher gilt die molekulare Allergiediagnostik als Teil einer umfassenden allergologischen Abklärung, nicht als alleinige Diagnosegrundlage.

 

Warum eine präzise Allergiediagnostik wichtig ist

Eine gezielte Allergiediagnostik kann helfen, unnötige Einschränkungen zu vermeiden und relevante Auslöser besser zu erkennen.

Das betrifft insbesondere Lebensmittelallergien. Ohne genaue Diagnostik verzichten manche Menschen vorsorglich auf zahlreiche Lebensmittel, obwohl keine klinisch relevante Allergie besteht.

Auch für die Planung einer allergenspezifischen Immuntherapie kann die molekulare Diagnostik zusätzliche Informationen liefern. Bei bestimmten Pollen-, Milben- oder Insektengiftallergien kann die Auswahl geeigneter Therapieoptionen dadurch unterstützt werden.

Wie komme ich an den ALEX3 Allergietest?

Der ALEX3-Test kann sowohl über Arztpraxen (Allergologen, HNO-Praxen, Kinderärzte) angefragt werden oder in einem unserer Direktlabore selbst in Auftrag gegeben werden. Für Patientinnen und Patienten bedeutet das einen flexiblen Zugang zur modernen Allergiediagnostik.

Der Ablauf ist unkompliziert. Für den Test wird eine Blutprobe entnommen. Das Serum wird anschließend im Labor analysiert. Sie erhalten Ihren ausführlichen Befund mit den gemessenen IgE-Werten etwa 2 Wochen später.

Sie können Ihren Befund bei Bedarf in Ihrer Arztpraxis oder mit einem unserer Ärzte über eine telefonische Beratung besprechen.

Elisa Raber Quadrat

Elisa Raber | Dieser Beitrag ist fachärztlich geprüft

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Aktualisiert Mittwoch, 15 Juli 2026