eGFR – nach MDRD-Formel

Diese Formel wurde von Levey et al. 1999 aus den Daten von 1628 Patienten der Modification of Diet Renal Disease (MDRD) Studie entwickelt. Sie berücksichtigt neben dem Serum-Kreatinin, Alter, Geschlecht, Rasse, Serum-Albumin und Serum Harnstoff als biologische Variablen. Sie wird aktuell von den großen nephrologischen Fachgesellschaften und Institutionen empfohlen.

 

Trotz einer relativ guten Vergleichbarkeit mit der Referenzmethode hat die Methode einige Einschränkungen.

Die MDRD-Formel wurde an einem großen Kollektiv von Patienten mit bekannter Nierenerkrankung evaluiert und ist im strengen Sinne nur bei Nierenkranken anwendbar. Die GFR kann bei Gesunden unterschätzt werden und damit einen Funktionsverlust anzeigen, der tatsächlich nicht vorliegt. Darum wird empfohlen bei Nierengesunden Werte die über 60 ml/min/1,73m2 liegen als > 60 ml/min/1,73m2 zu berichten.

Als Screening auf ein Frühstadium einer Nierenerkrankung ist sie damit wenig aussagekräftig. Bei bestehendem Verdacht kann die Bestimmung von Cystatin C im Serum und/oder die Messung von Markerproteinen im Harn (Albumin, IgG, a1-Mikroglobulin) weitere diagnostische Informationen liefern.

Außerdem sollte die Formel nicht genutzt werden bei

  • Kinder (< 18 Jahren) und Senioren (>70 Jahre)
  • Schwangerschaft
  • extremer Muskelmasse (Bodybuilder)
  • zu geringe Muskelmasse (Para- bzw. Tetraplegie)
  • Skelettmuskelerkrankungen
  • extremer Körperlänge
  • Dosierungsberechnung toxischer Medikamente
  • sich schnell ändernder Nierenfunktion
  • Übergewicht
  • Unterernährung
  • vegetarischen Diäten

Für diese Fälle wird die Bestimmung des Cystatin C oder der endogenen Kreatinin-Clearence empfohlen.

 

Stadium GFR
(mL/min)
Beschreibung
1 > 90 Normale oder erhöhte GFR
2 60 - 89 Nierenschädigung mit geringgradiger Einschränkung der GFR
3 30 - 59 Nierenschädigung mit mittelschwerer Einschränkung der GFR
4 15 - 29 Nierenschädigung mit schwerer Einschränkung der GFR
5 < 15 Nierenversagen

 

Hinweis

Die angegebene Formel bezieht sich auf Serum-Kreatininwerte, die mit einer Methode bestimmt wurden, die am ID-MS Standard kalibriert ist.

Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Publikation "Nierenfunkton und Labordiagnostik Veränderungen zuverlässig (früh) erkennen".

Literatur

Levey AS, Juan P. Bosch JD. Breyer Lewis J et al. for the Modification of Diet in Renal Disease Study Group: A More Accurate Method To Estimate Glomerular Filtration Rate from Serum Creatinine: A New Prediction Equation. Ann Intern Med. 1999; 130: 461-470
Levey AS, Greene T, Kusek JW, Beck GJ, MDRD Study Group:simplified equation to predict glomerular filtration rate from serum creatinine [Abstract] J Am Soc Nephrol 2000;11: A0828