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Dexamethason-Kurztest

Untersuchungsmaterial: 500 µl Serum
Info: Die Gabe von Dexamethason bewirkt über eine negative Rückkopplung eine Suppression von CRH und ACTH und damit eine Suppression des Serumcortisols sowie der Ausscheidung des Cortisols im 24-Stunden-Urin. Eine fehlende Suppression nach Gabe von 1 mg Dexamethason belegt den Hypercortisolismus, ist aber nicht beweisend für ein Cushing-Syndrom, da z. B. auch bei endogener Depression, Anorexia nervosa und schwerer Sepsis ein Abfall der Cortisol-Konzentration fehlen kann. Daher sollte er nicht als alleiniges Kriterium zur Diagnose eines Hypercortisolismus herangezogen werden. Durch hohe Dexamethason-Dosen kann beim zentralen Cushing-Syndrom (ACTH-produzierendes Hypophysenadenom) die ACTH- und damit die Cortisolproduktion supprimiert werden; dies ist beim ektopen ACTH-Syndrom meist nicht der Fall.

Dexamethasondosis im Kindesalter ca. 1,5 mg/qm bzw. 2 mg/qm KOF, wenn Patient unter Östrogen-, Phenobarbital- oder Hydantoin-Medikation steht.

Beinhaltet folgende Untersuchungen: Cortisol nach 24h (Serum)
Cortisol (Serum (S))
Präanalytik/Hinweise:

Der niedrigdosierte Test über Nacht ist ein guter Screening-Test, bei dem unter Interpretation angegebenen Schwellenwert liegt eine hohe Sensitivität vor, erbringt aber in bis zu 15% falsch positive Ergebnisse. Daher sollte er nicht als alleiniges Kriterium zur Diagnose eines Hypercortisolismus herangezogen werden. Die Bestimmung eines um Mitternacht beim Patienten bestimmten Cortisolspiegels kann dann als zweiter Test durchgeführt werden. Ein erhöhter Wert um Mitternacht ist als Hinweis auf einen Hypercortisolismus zu werten.

Zu falsch-negativen Befunden (= Cortisol-Produktion supprimierbar) kann es bei weniger als 2% der Patienten kommen, bei denen z. B. ein periodisches Cushing-Syndrom oder ein Tumor mit supprimierbarer ektoper ACTH-Produktion vorliegt.

Zu falsch positiven Befunden (= Cortisol-Produktion nicht supprimierbar, Pseudo-Cushing-Syndrom) kann es bei etwa 1% der Patienten unter folgenden Bedingungen kommen:

  • Vorliegen schwerer Begleiterkrankungen
  • Anorexia nervosa
  • Schwere Depression, Angstzustände
  • Alkoholismus
  • Erhöhte Östrogen-Spiegel (Schwangerschaft, Östrogentherapie, orale Kontrazeptiva)

Des Weiteren kann auch ein beschleunigter Dexamethasonabbau, bedingt durch Induktion Arzneimittel abbauender Enzyme (z. B. durch Phenytoin oder andere Antiepileptika), Ursache einer grenzwertigen oder fehlenden Supprimierung sein.

Indikation/Bedeutung: Ausschluss eines Hypercortisolismus (bester und zuverlässigster Screening-Test bei Verdacht auf Cushing-Syndrom), z. B. Cushingoid bei Adipositas

Kontraindikation
Der Test sollte nicht durchgeführt werden, wenn der Patient unter starkem Stress steht oder unter einer fieberhaften Erkrankung leidet.
Durchführung:
  • Blutentnahme morgens um 8 Uhr beim nüchternen Patienten für Basalwert (= Probe 0 / fakultativ
  • Am gleichen Tag abends um 23 Uhr orale Gabe von 1 mg Dexamethason (z. B. Fortecortin
  • Am anderen Morgen um 8 bis 9 Uhr erneute Blutentnahme (= Probe 1)
  • Jeweils 1 ml Serum von jeder Probe einsenden
Interpretation:
  • Normale Funktion (Cushing-Syndrom mit großer Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen):
    Abfall des Cortisolspiegels bei normalem bis leicht erhöhtem Cortisol-Basalwert unter 1,8 μg/dl
  • Cushing-Syndrom: Erhöhter Cortisol-Basalwert und fehlende Suppression des Plasmacortisols. Differenzialdiagnose des Cushing-Syndroms nicht möglich
  • Abklärung durch Verabreichung einer höheren Dexamethasongabe (Dexamethason-Kurztest (hochdosiert, 8 mg))