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Clomifen-Test (Serum (S))

Untersuchungsmaterial: Serum (S)
Info:

Bei intaktem Regelkreis Hypothalamus-Hypophyse-Ovar und ausreichenden basalen endogenen Östrogenspiegeln führt das Antiöstrogen Clomifencitrat durch negative Rückkopplung zur gesteigerten hypophysären Sekretion von FSH und LH. In 40 - 75% der Fälle kommt es zur Stimulation des Follikelwachstums und zur ovariellen Östrogenproduktion. Dieser Test dient zur Funktionsprüfung hypophysärer Gonadotropine und zum Nachweis einer Stimulierbarkeit der Ovarien (funktionsfähige gonadotrope Zellen des HVL sowie ein morphologisch intaktes Ovar vorausgesetzt).

Besonderheiten im Kindesalter
Keine Indikation zur Durchführung bei Mädchen < 15 Jahren

Beinhaltet folgende Untersuchungen: Östradiol (E2) (Serum (S))
LH (Serum (S))
FSH (Serum (S))
Präanalytik/Hinweise:

Die sonographische Kontrolle des Follikelwachstums nach Clomifen-Stimulation ist ein Messparameter.

Indikation/Bedeutung:
  • Fertilitätsdiagnostik
  • Auch zur Behandlung der Anovulation
  • Subklassifizierung von hypothalamischer Amenorrhoe (WHO Gruppe I) bei positivem Gestagentest
  • Zur Abschätzung der Ovarialreserve bei älteren Frauen mit Kinderwunsch und/oder Endometriose
  • Normo- oder hypogonadotrope Ovarialinsuffizienz unklarer Genese

Kontraindikation

  • Gravidität
  • Thrombophilie
  • Hypophysen- oder Ovarialtumor
  • Lebererkrankungen
Nebenwirkungen:
  • Hitzewallungen
  • Schweißausbrüche
  • Ovarvergrößerung in der Lutealphase, besonders bei Frauen mit polyzystischem Ovar
  • Visusstörungen (Clomifen sofort absetzen!)
  • Nicht durchführen, wenn eine Schwangerschaft ohnehin kontraindiziert ist
  • Mehrlingsrisiko
  • Beeinträchtigung der Leberfunktion
  • Sehr selten Beeinträchtigung des Reaktionsvermögens
Vorbereitung:

Bei Amenorrhoe Blutungsinduktion mit Gestagenen.

Durchführung:
  • Tag 1: erster Blutungstag (spontan oder gestageninduziert)
  • Blutentnahme am Tag vor Beginn der ersten Clomifen-Einnahme (= Probe 0)
  • Ab Tag 3 - 5 eines Spontanzyklus (oder im Anschluss an eine medikamentös ausgelöste Abbruchblutung) 50 mg (mit der niedrigen Dosis beginnen) Clomifen über 5 Tage
  • Blutabnahme 2 Tage nach Einnahmebeendigung von Clomifen in 2-tägigen Abständen, besser mit US - Kontrolle der Follikelreifung
  • Jeweils 3 ml Serum von jeder Probe einsenden (= Proben 1 und 2)
  • Evtl. Progesteronbestimmung am 22. Zyklustag (1 ml Serum)
Interpretation:

Östradiolanstieg, Follikelwachstum, Ovulationsnachweis, ausreichende Progesteronkonzentration um den 22. Zyklustag und Einsetzen einer Regelblutung (bzw. positiver Schwangerschaftsnachweis) sprechen für ein regelrechtes Zusammenspiel im Bereich der hypothalamisch-hypophysären Achse und für eine ausreichende Stimulierbarkeit der Ovarien.

  • Positiver Clomifentest: normale mittzyklische Östradiolkonzentration, sonographischer Nachweis mindestens eines sprungreifen Leitfollikels, präovulatorischer LH-Anstieg, normaler Progesteronspiegel um den 22. Zyklustag, normale Blutung am Zyklusende (oder Schwangerschaftsnachweis).
  • Negativer Clomifentest: fehlender Östrogenanstieg, fehlendes Follikelwachstum in der sonographischen Überwachung, fehlender präovulatorischer LH-Anstieg, inadäquate Progesteronkonzentration in der 2. Zyklushälfte, fehlende Blutung, eingeschränkte Beurteilbarkeit bzw. nicht vollständig adäquate Reaktion auf Clomifen kann vorliegen bei Blutung ohne Nachweis einer Ovulation und inadäquater Progesteronkonzentration.
Klinische Bemerkungen:

Bei unklarem Ausfall oder negativem Testergebnis kann eine Wiederholung des Tests ggf. mit höherer Dosis (100 mg über 5 Tage) (Adipositas!) sinnvoll sein.

Häufige Fehler:

Beginn der Clomifenbehandlung bei Amenorrhoe ohne vorherige Blutungsinduktion, bei persistierenden Funktionszysten, Schwangerschaft, sekundärer Ovarialinsuffizienz nach Hypophysenchirurgie oder bei primärer Ovarialinsuffizienz insbesondere bei negativem Gestagen-Test.