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32004 | Ausnahmekennziffer für gezielten Antibiotikaeinsatz

Antworten auf häufig gestellte Fragen

Bei welcher Fragestellung kann ich die Ausnahmekennziffer 32004 nutzen?
Vereinfacht ausgedrückt: immer dann, wenn Sie mit Hilfe einer mikrobiologischen Laboruntersuchung entscheiden müssen, ob ein Antibiotikum notwendig ist oder welches Sie einsetzen können. Die Ausnahmekennziffer 32004 können Sie aber auch dann nutzen, wenn eine initiale Therapie nicht erfolgreich war und Sie für die Auswahl des Folge-Antibiotikums eine mikrobiologische Labordiagnostik veranlassen.

Der exakte Wortlaut der Legende zur Ausnahmekennziffer 32004 ist: „Diagnostik zur Bestimmung der notwendigen Dauer, Dosierung und Art eines gegebenenfalls erforderlichen Antibiotikums vor Einleitung einer Antibiotikatherapie oder bei persistierender Symptomatik vor erneuter Verordnung.“

Kann ich die Ausnahmekennziffer 32004 nur nach einem positiven Befund einsetzen?
Nein, diese Angabe ist unabhängig vom positiven Befund. Sie können die Ausnahmekennziffer immer dann einsetzen, wenn die Untersuchungsindikation der 32004 erfüllt ist.

Bei welchen Materialien reduziert die Ausnahmekennziffer 32004 den Fallwert?
Praktisch bei allen Materialien, die von Ihnen zur mikrobiologischen Untersuchung ins Labor geschickt werden: Abstrich, Stuhl, Sputum, Urin, aber auch Bronchiallavage, Punktat, Blutkulturen, Biopsien, Exsudat und Liquor.

Welche Untersuchungen reduzieren den Fallwert durch die Ausnahmekennziffer 32004?
Die Kulturanlage, die Differenzierung der gewachsenen Bakterien und die Empfindlichkeitstestungen (Antibiogramm). Somit praktisch alle notwendigen Untersuchungen, um Keime anzuzüchten, zu identifizieren und ein Antibiotikum zu empfehlen.

Wird durch die 32004 der Fallwert auch um PCR-Untersuchungen z. B. bei Influenza und Noroviren reduziert?
Nein. PCR-Untersuchungen sind nicht im Ziffernkranz der Ausnahmekennziffer 32004 enthalten. Handelt es sich um meldepflichtige Erkrankungen, können Sie die Ausnahmekennziffer 32006 nutzen und so in vielen Fällen Ihren Fallwert um diese Untersuchungen reduzieren.

Ist CRP im Ziffernkranz der Ausnahmekennziffer 32004?
Nein. CRP ist nicht im Ziffernkranz.

Zusätzliche ausführliche Informationen zur neuen Ausnahmekennziffer 32004 finden Sie auf der Homepage der KBV.


Hintergrund zur Aufnahme derAusnahmekennziffer 32004
Antibiotikaresistenzen sind eine der drängendsten Herausforderungen für die Gesundheitsversorgung im 21. Jahrhundert. Nationale Initiativen wie die Deutsche Antibiotika-Resistenzstrategie (DART 2020) der Bundesregierung
und die der internationalen Gemeinschaft im Rahmen der G20, der UNO und der WHO sollen dazu beitragen, die Wirksamkeit der vorhandenen Antibiotika zu erhalten und eine weitere Ausbreitung der Resistenzepidemie zu verhindern (Dtsch Arztebl 2017). Ein wichtiger Bestandteil der Initiativen ist eine möglichst rationale Antibiotika-Verordnung. Um die Ärzte dabei zu unterstützen, hat die KBV zum 01.07.2018 nicht nur neue mikrobiologische Untersuchungen im EBM aufgenommen, sondern mit der 32004 auch eine neue Ausnahmekennziffer geschaffen. Durch diese belasten die mikrobiologischen Untersuchungen nicht den Fallwert des anfordernden Arztes und sichern ihm somit den Wirtschaftlichkeitsbonus. Diese Änderungen ermöglichen eine rationale Verordnungsweise zur schnellen und qualitätsgesicherten Antibiotikatherapie oder zur Therapiedeeskalation bei notwendigem empirischen Therapiebeginn.

News

20.11.2018
Im Film: Was Labore für die Gesundheitheit leisten.
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19.11.2018
„D-MAN“ kämpft gegen Antibiotika-Resistenzen
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