„Hygienezuschlag“ in der GOÄ-Abrechnung - das ist zu beachten

 

Der Arzt berechnet für aufwändigere Hygienemaßnahmen im Zuge der COVID-19-Pandemie analog die GOÄ-Ziffer 245 (€  6,41). Über den Faktor 1,0 darf nicht  gesteigert werden.

Die A245 kann

  • bei Behandlungen in der Praxis oder beim Hausbesuch genutzt werden.
  • bei mehreren persönlichen Arzt-Patientenkontakten am Tag mehrfach berechnet werden (Diagnosen, Uhrzeit und Begründung in der Rechnung angeben).
  • mehrfach im Behandlungsfall neben der 1 und 5 abgerechnet werden.
  • durch die Kosten nach § 10 GOÄ ersetzt werden, wenn diese über € 14,74 liegen, bei mehr als € 25,56 müssen die Belege beigefügt werden.
  • nur dann bei Blutentnahmen berechnet werden, wenn zusätzlich eine ärztliche Beratung/Untersuchung erfolgte.
Beispiel: 1.1:

1| Beratung (€ 4,66 x 2,3 = € 10,72), 5 | symptombezogene Untersuchung (€ 4,66 x 2,3 = € 10,72), A245 | Hygieneaufwand COVID-19 Pandemie (€ 6,41 ) = € 27,85

Beispiel 2.1:

3 | eingehende Beratung (€ 8,74 x 2,3 = € 20,10), 7 | vollständige Untersuchung (€ 9,33 x 2,3 = € 21,46), A245 | Hygieneaufwand COVID-19 Pandemie (€ 6,41) = € 47,97

Der Hygienezuschlag ist kein „Muss“, daher kann man die abgerechneten Leistungen auch mit der Begründung „erhöhter Hygieneaufwand Corona“ über den Schwellenwert steigern. Allerdings darf der Hygienezuschlag nach A245 dann nicht berechnet werden.

Beispiel 1.2:

1| Beratung (€ 4,66 x 3,5 = € 16,31), 5 | symptombezogene Untersuchung (€ 4,66 x 3,5 = € 16, 31) = € 32,62

Beispiel 2.2:

3 | eingehende Beratung (€ 8,74 x 3,5 = € 30,59), 7 | vollständige Untersuchung (€ 9,33 x 3,5 = € 32,66) = € 63,25

Die Praxis kann also im Einzelfall entscheiden, wie sie ihre Leistungen nach tatsächlichem Aufwand berechnet.  

Trotz Hygienezuschlag kann man dann über den Schwellenwert steigern, wenn sich die Steigerung aus der medizinischen Behandlung begründen lässt, z. B. GOÄ-Ziffer 7 | Untersuchung Brust– und Bauchorgane, Faktor 3,2.

Der stationäre Bereich ist von dieser Regelung ausgenommen.

Die Regelungen gelten rückwirkend ab 09. April 2020 bis zum 30.09.2021

 

Weitere Informationen finden Sie in der Bekanntmachung der Bundesärztekammer.