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aMMP-8 | Quantitativer Biomarker bei Parodontitis und Periimplantitis

Biomarker zeigen klinische Entwicklungen an, bevor sie „sichtbar“ werden. In der Humanmedizin ist der Gebrauch von Biomarkern wie Glucose, Cholesterin, HDL- und LDL-Cholesterin sowie HbA1c zur Früherkennung und Therapiekontrolle Standard. So können Risiken besser abgeschätzt, Entwicklungen prognostiziert und die Therapie optimiert werden. Diese Möglichkeiten bietet aMMP-8 für die Zahnmedizin. Sonde und bildgebende Verfahren sind Methoden, die einen schon entstandenen Schaden dokumentieren. Der Biomarker aMMP-8 bietet die Chance die Entwicklung zur Gingivitis oder Parodontitis (Mukositis oder Periimplantitis am Implantat) in einem sehr frühen (unsichtbaren) Stadium zu erkennen. Dadurch eröffnen sich neue Möglichkeiten in Diagnose und Therapie.

aMMP | Nutzen für Therapie und Prophylaxe

  • ermöglicht es Ihnen schon früh eine entstehende Parodontitis (oder Periimplantitis) zu erkennen – früher als es, nach dem Stand aktueller wissenschaftlicher Untersuchungen, Sonde oder Röntgen, können.
  • bietet Ihnen für die Therapieüberwachung oder im Recall eine objektive Möglichkeit der Behandlungskontrolle – schon nach wenigen Wochen. Sinkende Werte sprechen für einen Behandlungserfolg. Unveränderte oder im Verlauf wieder steigende Werte für eine Reinfektion und ein hohes Risiko für eine Verschlechterung der Parodontitis oder Periimplantitis.
  • öffnet Ihnen ein frühes Zeitfenster und damit die Chance für eine frühe und oft schonende Therapie.
  • ermöglicht Ihnen eine individuelle Anpassung der Prophylaxe- und Behandlungstermine. So begründen erhöhte Werte objektiv häufigere Termine.
  • eröffnet Ihnen die Chance Ihrem Patienten ein umfassendes Betreuungskonzept anzubieten, dass ihn überzeugen und an Ihre Praxis binden  wird.

Informationen zur Probengewinnung und- versendung finden Sie hier.

Fakten

Parodontitis und Periimplantitis sind unzweifelhaft ein bedeutendes Risiko für den Zahn oder das Implantat.

Die Ursache für Parodontitis und Periimplantitis ist ein bakterieller Biofilm. Wie das Pathogeneseschema von Page und Kornman zeigt, führt die dadurch verursachte „Immunantwort des Wirtes“ zu einer Gewebedestruktion. Dabei hat die körpereigne Matrixmetalloproteinase-8 (MMP-8) eine zentrale Funktion. Sie wird als Reaktion auf die Entzündung aktiviert und freigesetzt. Somit ist die aktivierte MMP-8 oder aMMP-8 ein Frühmarker der parodontalen oder periimplantären Gewebezerstörung. Sie zeigt eine Entwicklung an, die erst nach Wochen oder Monaten sichtbar wird.

Studien zeigen

Diese Eigenschaften werden von der aktuellen wissenschaftlichen Stellungnahme der DGZMK und DG Paro bestätigt.

aMMP-8 zeigt eine mögliche klinische Entwicklung an, ein erhöhter Wert an sich ist aber keine Diagnose. Diese wird durch die zahnärztliche Untersuchung mit BOP, Sondierung und Röntgen gestellt. Eine aMMP-Messung hat an dieser Stelle keinen diagnostischen Nutzen, ist aber sinnvoll als Ausgangswert für die anschließende Therapiekontrolle.

Diagnosealgorithmus Labordiagnostik Zahnmedizin

Literatur

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