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Hinweise zur Präanalytik

Allgemeine Störfaktoren bei Laboruntersuchungen

Ernährungsbedingte Differenzen können durch eine Nahrungskarenz von 12 bis 14 Stunden, alkoholbedingte Einflüsse durch eine Alkoholkarenz von 24 Stunden vor der Blutentnahme eliminiert werden.

Viele Meßgrößen sind beträchtlichen tagesrhythmischen Schwankungen unterworfen. Diese extremen Differenzen sind die Ursache, daß in der Regel die Blutentnahme morgens zwischen 7.00 Uhr und 9.00 Uhr am nüchternen Patienten vorgenommen wird.

In Abhängigkeit von der Körperlage kommt es zu einem beträchtlichen Zu- und Abstrom von Flüssigkeit aus dem intravasalen Raum in das Interstitium. Konzentrationsschwankungen der Proteine, eiweißgebundenen Hormone, der Blutfette und der zellulären Bestandteile sind die Folge.

Blut sollte daher immer in der gleichen Körperlage des Probanden (sitzend oder liegend) abgenommen werden.

Längerdauernde venöse Stauung bewirkt eine Konzentrationserhöhung von Proteinen, proteingebundenen und korpuskulären Bestandteilen des Blutes. Ursache ist wie bei der Änderung der Körperlage sowie körperlichen Belastungen eine Hämokonzentration.

Empfehlung: Bei venöser Probennahme sollte innerhalb einer Minute (besser 30 Sekunden) nach Staubeginn punktiert werden. Sobald Blut fließt, kann der Stau gelöst werden. Bei Wiederholungen ist der gegenüberliegende Arm vorzuziehen.

Starke körperliche Belastung vor der Blutentnahme führt bei nachstehenden Parametern zu Veränderungen:

  • Hämokonzentration (Bluteindickung durch Verminderung des Plasmawassers) und Hypoxie
  • Gesteigerte Hormonausschüttung bei Streß und Angst (z. B. Renin, Catecholamine, Cortisol, HGH)
  • Veränderung von Parametern nach Muskelarbeit (z. B. CK-MM-Erhöhung bei Sportlern).
  • Öffnen und Schließen der Faust vermeiden. „Pumpen” der Faust führt zu Anstieg von Kalium und Magnesium.
  • Arzneimittel können durch verschiedenste Interferenzen die Resultate verändern.
  • Proben, die hämolytisch, lipämisch oder ikterisch sind, eignen sich nur bedingt für die Laboranalytik. Hämolyse – Entnahmefehler / Lipämie – meist nicht nüchterner Patient / Bilirubinämie – krankheitsbedingt

Ist es unumgänglich, solche Proben zu analysieren, so müssen die Resultate mit besonderer Vorsicht interpretiert werden!

Unbrauchbare Meßgrößen bei hämolytischen Proben:

  • LDH (160-fache Konzentration in Erythrozyten)
  • Kalium (25-fache Konzentration in Erythrozyten)
  • GOT (40-fache Konzentration in Erythrozyten)
  • Zu langes Intervall (> 1 Std.) zwischen Blutentnahme und
    Abtrennen der zellulären Elemente führt zu Hämolyse (Kalium +).

Allgemein gilt, daß die Probennahme nach Möglichkeit
immer unter Standardbedingungen durchgeführt werden sollte:

  • Blutentnahme zwischen 7.00 und 9.00 Uhr
  • Keine extremen körperlichen Aktivitäten in den letzten drei Tagen
  • Keine Alkohol-Exzesse mehrere Tage vor der Blutentnahme
  • Nüchtern, d. h. Nahrungskarenz von 12 bis 14 Stunden und Alkoholkarenz von 24 Stunden
  • Blutentnahme immer in gleicher Lageposition (sitzend oder liegend) vornehmen
  • Mindestens zehn Minuten vor der Blutentnahme ruhen
  • Öffnen und Schließen der Faust vermeiden: „Pumpen” der Faust führt zu beträchtlichem Kalium-Anstieg (bis zu 2 mmol/l)
  • Maximal eine Minute (besser 30 Sekunden) stauen, Stauung lösen, Blut entnehmen
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