Biochemische Genetik

Die biochemische Analyse bestimmter Stoffe aus dem Blut einer schwangeren Frau kann darüber Aufschluss geben, mit welcher Wahrscheinlichkeit bei ihrem werdenden Kind eine Chromosomenveränderung, z.B. Trisomie 21 oder ein Verschlussdefekt, z.B. Spina bifida („offener Rücken“) besteht.

Diese vorgeburtliche Ermittlung einer Wahrscheinlichkeit (Risikoermittlung), die oft in Kombination mit einer Ultraschalluntersuchung durchgeführt wird, bezeichnet man auch als „pränatales Screening“ oder „pränatalen Test“.

Für schwangere Frauen, die dieses Risiko in Erfahrung bringen möchten, z.B. als Entscheidunghilfe für oder gegen eine Fruchtwasseruntersuchung, können verschiedene Screening-Untersuchungen angeboten werden, die sich hinsichtlich ihrer Aussagekraft, dem Zeitpunkt der Durchführung und der Kosten unterscheiden.

So kann mit der Auswahl eines geeigneten Screenings dem individuellen Wunsch der Schwangeren nach einem möglichst frühen Ergebnis (Ersttrimester-Screening) oder aber einem möglichst sicheren Ergebnis (integriertes Screening)  entsprochen werden. Weiterführende Information zu den einzelnen Untersuchungen, wie z.B. Angaben über Entdeckungsraten einer Trisomie 21 oder „falsch-positiv-Raten“ sind unseren Informationsbroschüren, die Sie auf der rechten Seite finden, zu entnehmen.

Bioscientia Zentrum für Humangenetik führt alle Untersuchungen durch, die zur vorgeburtlichen Risikoermittlung von Chromosomenveränderungen derzeit möglich sind.

Entsprechend den unterschiedlichen persönlichen Anforderungen, die eine schwangere Frau an eine vorgeburtliche Untersuchung stellt, kann sie somit zwischen den folgenden Untersuchungen auswählen:


Integriertes Screening mit Nackentransparenzmessung
Integriertes Screening ohne Nackentransparenzmessung
Ersttrimester-Screening
Quadruple-Untersuchung
Triple-Untersuchung ("Triple-Test")
Isolierte AFP-Untersuchung
Sequentielles Screening I
Sequentielles Screening II


Integriertes Screening mit Nackentransparenzmessung
Untersuchungsgruppe Frauen mit Wunsch nach dem aussagekräftigsten Screening
Voraussetzung Mindestens 100 NT-Messwerte des sonographierenden Arztes, um untersucherspezifische Referenz zu erstellen;Keine FMF-Zertifizierung erforderlich
Parameter

PAPP-A, freies ß-hCG, AFP, uE3, Inhibin A, NT

Untersuchungszeitpunkt    

Erstuntersuchung
PAPP-A:
SSW 10+0 – 13+6, empfohlen: SSW 10+0 – 11+6 (NT kann zwischen 11+0 – 13+6 gemessen und nachgereicht werden);
Folgeuntersuchung
AFP, hCG, uE3, Inhibin A: SSW 14+0 – 17+6



Integriertes Screening ohne Nackentransparenzmessung
Parameter PAPP-A, freies ß-hCG, AFP, uE3, Inhibin A
Untersuchungszeitpunkt

Erstuntersuchung
PAPP-A:
SSW 10+0 – 13+6, empfohlen: SSW 10+0 – 11+6
Folgeuntersuchung
AFP, hCG, uE3, Inhibin A: SSW 14+0 – 17+6

 



Ersttrimester-Screening
Untersuchungsgruppe Frauen mit Wunsch nach möglichst früh mitgeteiltem Ergebnis
Voraussetzung Zertifizierung durch Fetal Medicine Foundation (FMF)
Parameter PAPP-A, freies ß-hCG, (NT), einschließlich Risikoberechnung
Untersuchungszeitpunkt SSW 11+1 – 13+6

 

 



Quadruple-Untersuchung
Untersuchungsgruppe

Frauen ohne Untersuchungsergebnisse aus dem 1.Trimenon

Parameter AFP, hCG, uE3, Inhibin A
Untersuchungszeitpunkt

SSW 14+0 – 17+6

 

 



Triple-Untersuchung ("Triple-Test")

Untersuchungsgruppe Frauen ohne Untersuchungsergebnisse aus dem 1.Trimenon
Parameter AFP, hCG, uE3
Untersuchungszeitpunkt SSW 14+0 – 17+6

 

 



Isolierte AFP-Untersuchung

Aussage

Risikoabschätzung für Neuralrohrdefekte

Untersuchungszeitpunkt SSW 14+0 – 17+6

 



Sequentielles Screening I
Aussage Präzisierung von Ergebnissen aus Ersttrimester-Screening
Voraussetzung

Mindestens 100 NT-Messwerte des sonographierenden Arztes, um untersucherspezifische Referenz zu erstellen.

Parameter AFP, hCG, uE3, Inhibin A
Untersuchungszeitpunkt      SSW 14+0 – 17+6


Sequentielles Screening II
Aussage nach erniedrigten Werten aus AFP-Einzeluntersuchung
Parameter hCG, uE3, Inhibin A nach niedrigemS-AFP-Wert (< 0,5 MoM)
Untersuchungszeitpunkt SSW 14+0 – 17+6






Anforderungsformular
Pränatale Risikoanalyse

Informationsmaterial
Integriertes Screening - ein neues Verfahren zur Präzisierung fetaler Chromosomenanomalien

Integriertes und sequentielles Screening - die aktuell präzisesten Methoden zum Pränatal-Screening auf fetale Trisomie 21

Schwangeren-Information: Pränatale Risikoanalyse

Artikel aus "Frauenarzt", 1/2007: Integriertes Screening

Grafik
Detektionsraten verschiedener

Screeningverfahren



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